Die Lubinsche Karte
Philipp II.
Herzog von Pommern-Stettin (1573-1616) war hochbegabt, kunstinteressiert und
gebildet. Er studierte an der Universität Rostock, reiste durch Deutschland
und Italien und befand sich oft in Gesellschaft von Wissenschaftlern und
Künstlern.
1610 fasste
Philipp II den Entschluss eine umfassende Karte von Pommern zu erstellen. Er
beauftragte den Theologen und Geographen Eilhardus Lubinus (Eilhard Lübben)
aus Rostock. Da Lubin bereits 1609 die erste Landkarte der Insel Rügen als
Kupferstich in den Niederlanden herausgebracht hatte, war er bestens
geeignet den Auftrag des Herzogs zu erledigen. Lubin ist im Sommer 1612
durch Pommern gereist und hat das Land aufgenommen.


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Die
Gravierung der überdimensionalen Karte, wurde dem Amsterdamer Kupferstecher
Nikolaus Geilenkerken (Geelkercken) anvertraut. - Die Lubinsche Karte wurde
schließlich 1618 publiziert. Die Karte besteht aus 24 Einzelblättern, sie
zeigt Stammbäume und Portraits der pommerschen Herzöge, landeskundliche
Informationen, eine Landesbeschreibung und eine Aufstellung der in
pommerschen Gewässern lebenden Speisefische. - Außergewöhnlich sind die
Randleisten mit 49 Städteansichten und den 335 Familienwappen des
pommerschen Adels.Die
Vollendung der Karte hat Herzog Philipp II. nicht mehr erlebt. Sie erschien
im November 1618 einige Monate nach seinem Tode. Lubinus überreichte in
Wolgast dem Herzog Phillipp Julius die ersten Exemplare der Karte.
Anschließend reiste Lubinus nach Stettin, um Herzog Franz ebenfalls einige
Exemplare zu übergeben. Ein erhaltener Briefwechsel zwischen Lubinus und den
Herzögen, in dem er immer wieder den noch ausstehenden Lohn fordert, sagt
etwas zur Zahlungsmoral der damaligen Landesherren.
Die Karte
zeigt viele interessante Details. So ist zum Beispiel vor Damerow in der
Ostsee Vineta eingezeichnet mit der Bemerkung: „Die Stadt, die hier einst
lag, ist von dem Dänenkönig Konrad zerstört“ Auf dem Galgenberg bei Wollin
ist ein Galgen und ein Rad dargestellt und die Außenküste Hiddensees ist
bezeichnend mit den Worten: „Durch viele Schiffbrüche berüchtigtes Gestade“
Lubinus hatte die Absicht 500 Exemplare der Karte zu drucken (das Papier war
bereits bestellt). - Durch seinen Tod im Jahre 1621 wurde das Vorhaben nicht
realisiert.
Im
Siebenjährigen Krieg wurden die bis dahin verschwundenen Kupferplatten auf
einem Dachboden unbeschädigt wieder gefunden. - Im Jahre 1756 wurde eine
zweite unveränderte Neuauflage verlegt, deren Exemplare ebenfalls selten
sind (von der ursprünglichen Karte existiert kein Exemplar mehr). - Seitdem
sind die Kupferplatten verschollen. Vorlage für die hier ausgestellt
Neuauflage der Lubinschen Karte war ein Exemplar der Auflage aus dem Jahr
1756, das sich in der Kungliga Bibliothek in Stockholm befindet. Die Karte
wurde im Institut für Angewandte Geodäsie Berlin gedruckt. |