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Greifswald im Mondschein. C.D. Friedrich, 1817,
Oslo, Nationalgalerie |
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War man
landeinwärts gewandert, über Güter hin, die so heimelige Namen trugen wie
Heiligengeisthof oder Immenhorst, so stand ihre Silhouette mit den drei
höchst ungleichen Türmen von Nikolaus, Jacob und Marie in den blaßblauen
Himmel geschnitten, wie C. D. Friedrich sie gemalt hat, und im Juni ward es
ja auch hier schon nicht mehr richtig Nacht, blieb eine zarte Dämmerung das
Licht, das von dem Abend in den Morgen hinüberleitete ...
(Willi Hellpach, 1895)
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Caspar David Friedrich, am
5. September 1774 in Greifswald geboren, dürfte der wohl berühmteste
Sohn der Universitäts- und Hansestadt sein. Noch heute sieht der nach
Greifswald ankommende Gast, genau wie einst Caspar David Friedrich zuerst die weit über den Rest der Innenstadt
hinausragenden Türme der Kirchen Greifswalds. |
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Ruine Eldena. C.D. Friedrich,1825,
Berlin, Staatliche Museen
Die Zisterziensermönche des
Klosters Dargun mussten ihr 1172 gegründetes Kloster wegen kriegerischer
Auseinandersetzungen 1198 verlassen und gründeten ein Jahr später 1199
an der Ryckmündung in der Nähe ergiebiger Salzquellen das Kloster Hilda,
später Eldena genannt. 1204 vom Papst bestätigt, wurde durch den
rügenschen Fürsten Jaromar I. das Kloster goßzügig mit Ländereien
bedacht. Dieser erlaubte auch 1209 die Ansiedlung von Bauern im Areal.
In einer Urkunde des Pommernherzogs Wartislaw III. wurde die
Marktsiedlung oppidum Gripeswald 1248 erstmals als Besitzung des
Klosters Eldena erwähnt. |
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In einer Urkunde
des pommerschen Herzogs Wartislaw III. vom 14. Mai 1250 wird dem
Marktflecken Lübisches Recht verliehen und im juristischen Sinne die Stadt
Greifswald gegründet. Damit war die Basis für die rasche Entwicklung von
Handel und Schifffahrt insbesondere nach Skandinavien geschaffen. Greifswald
wurde zu einer der Mitbegründerin des Städtebundes der Hanse. Wegen der
eingeschränkten Schiffbarkeit des Flüsschens Ryck erlangte Greifswald jedoch
nie die Bedeutung wie andere Hansestädte des Ostseeraumes. |
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Heinrich Rubenow,
Begründer der Universität Greifswald
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Pommernherzog Wartislaw
IX.
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Am 17. Oktober 1456 vollzog
sich in Greifswald ein bedeutungsvoller Akt. Vom Mühlentor aus bewegte
sich ein feierlicher Zug geistlicher und weltlicher Würdenträger nach
der St. Nikolaikirche; in ihrer Mitte der Bischof Henning von Kammin als
Träger der päpstlichen Urkunde, welche die Stiftung einer hohen Schule
in dieser Stadt besiegelte. Zuvor hatte
Herzog
Wartislaw IX. von Pommern-Wolgast am 15. Dezember 1455 beim Papst den
Antrag für die Genehmigung einer Universität in Greifswald
gestellt, worauf Papst Calixt III. der Stiftung mit dem Privileg
vom 29. Mai 1456 zustimmte. Der Greifswalder Bürgermeister Heinrich
Rubenow wurde der erste Rektor und der Vizekanzler der neuen
Universität. Die finanzielle Ausstattung ist zum größten Teil ihm zu
verdanken, doch trug auch die Kirche zur Unterstützung der jungen
Universität bei. Mit Zustimmung des Klosters Eldena, das das
Patronatsrecht über die Greifswalder Kirchen besaß, wurde bei der
Nikolaikirche zur Besoldung einiger Professoren ein Kollegiatstift
gegründet.
Zwei große silberne Szepter wurden von Wartislaw IX. in der
Nikolaikirche der Universität übergeben. Die zweitälteste norddeutsche
Universität und Pommersche Landesuniversität trat von Anfang an mit der
vollen Ausrüstung des studium generale hervor. Zum Zeitpunkt der
Ermordung ihres Begründers Heinrich Rubenows 1462 in der Schreibstube
des Rates war die hohe Schule bereits hinreichend gefestigt.
(bearbeitet nach:
Pommern in Wort und Bild, Stettin, 1904) |
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S. Magnifizienz Eduard
Freiherr von der Goltz,
Rektor der Universität Greifswald |
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S. Magnifizienz Prof. Dr.
P. Merkel,
Rektor der Universität Greifswald |
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Mehr zur Geschichte der Universität
Greifswald finden Sie auf den Seiten der
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. |
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Zu den kostbaren
Schätzen der Universität Greifswald darf auch eine "Gutenberg -
Bibel" gezählt werden. Weltweit sind nur noch 4 Exemplare dieser 36-
zeiligen Bibel vollständig erhalten. Das zweibändige lateinische
Buch ist um 1460 nach dem Vorbild der 42 - zeiligen Gutenbergbibel,
vermutlich in Bamberg gedruckt worden. In der Ausstellung
"Dialog des Geistes" war die Kostbarkeit im Jahre 2002 in St.
Jacobi zu Greifswald der Öffentlichkeit zugänglich. |
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Von den Wirren des
Dreißigjährigen Krieges
blieb
auch Greifswald nicht verschont. Mehrfach Schauplatz kriegerischer
Handlungen fiel es schließlich 1648, besiegelt durch den Westfälischen
Frieden, an Schweden und wurde erst 1815 in Stralsund an die Preußische
Krone übergeben. Bereits 1634 gelangte die Universität durch Schenkungen
des letzten Pommernherzogs Bogislaw XIV. in den Besitz der ausgedehnten
Ländereien des Klosters Eldena. Im Jahre 1684 starb der Statthalter
Preußens Ernst Bogislaw von Croy, der Sohn der Herzogin Anna von Croy ,
womit das herzögliche Pommerngeschlecht erlosch. In seinem Testament
vermachte er der Universität Greifswald einige wertvolle Stücke. Das
wohl wertvollste dürfte ein 6,90 m breiter und 4,46 m hoher Wandteppich
sein, der nach dem Willen des Stifters im Gedenken an Anna von Croy
regelmäßig in einer Feier der Öffentlichkeit gezeigt wird. Die
Entwicklung der Stadt bis in das vergangene Jahrhundert hinein war
wesentlich durch die Universität geprägt. Dem Bau des
Universitätshauptgebäudes von 1747 - 1750 folgte der beständige Ausbau
der hohen Schule, nicht zuletzt durch den Neubau einer Vielzahl von
Instituten und Kliniken.
Nicht unerwähnt darf der deutsche Humanist und Nationalist beleiben, der
der Greifswalder Universität ihren heutigen Nahmen gab.
Ernst-Moritz-Arndt, geboren auf Rügen, Verfasser humanistischer
Schriften, die letztlich mit dazu führten, dass in Vorpommern und auf
Rügen die Leibeigenschaft abgeschafft wurde, studierte an der
Greifswalder Universität und erlangte hier schließlich eine Professur.
Unter der Napoleonischen Fremdherrschaft wurde ihm diese aberkannt, weil
er konsequent die Ideen eines starken deutschen Nationalstaates vertrat.
Diese "antifranzösische" Haltung führte dazu, dass die einen oder
anderen politischen Machthaber mehr für und mehr gegen ihn eingestellt
waren. Was bleibt, ist eine aufstrebende alte und junge Universität im
baltischen Raum, die stolz seinen Namen trägt. |
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Ausschnitt des
Croyteppichs 
Ernst Moritz Arndt |
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Das
Universitätshauptgebäude um 1900 |
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Die Universitätsbibliothek |
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Das Steinbecker Tor |
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Der Dom St. Nikolai von der
Hunnenstrasse |
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Wer heute durch Greifswald
geht, erlebt eine kleine und reizvolle Universitätsstadt, an der in fast
privater Atmosphäre gelernt, gelehrt und geforscht wird, kann über den
rekonstruierten Mark schlendern oder in der Langen Strasse flanieren,
der sollte dem Dom besichtigen und das kleine Fischerdorf Wieck, der
sollte Caspar David Friedrich einen "Besuch" abstatten und das
Pommersche Landesmuseum aufsuchen - und der sollte sich ein wenig Zeit
nehmen für die vielen Geschichtchen der alten Universitäts- und
Hansestadt... |
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Wichtige Adressen
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